Die andere Art der Transformation
Management Summary
Kultureller Wandel in Unternehmen: Seit den 1980er Jahren wird versucht, Digitalisierung und New Work in eine fruchtbare Synthese zu bringen. Kein Ansatz hat den gewünschten Erfolg gebracht, der Erklärungsnotstand für gescheiterte Prozesse drückt sich in Eisberg-Grafiken aus. Laut Gallup-Report 2024 ist das Engagement der Mitarbeiter auf dem niedrigsten Stand seit 2012, was sich im Innovationsstau der Unternehmen widerspiegelt.
Warum Transformation scheitert: Am Beispiel des Dynamic Shared Ownership (DSO) Konzepts, das Bayer für seine Transformation einsetzt, wird deutlich, dass Lösungen mit der gleichen Logik konzipiert werden, die die Probleme verursacht hat. Wir können unsere signifikanten Probleme aber nicht auf der Ebene lösen, auf der sie entstanden sind. Rationales Denken hat die Probleme geschaffen, was kommt danach?
Entwicklungsmodelle und -instrumente Zahlreiche Modelle liefern fundierte Analysen der Ebenen menschlicher Entwicklung. Dass sie über die Ebene der Problemerzeugung hinausgehen, ist die Ausnahme. Am Beispiel eines Entwicklungsmodells (Spiral Dynamics), einer Transformationstechnik (Theorie U) und eines Wertemodells (Barrett Modell™) soll dies verdeutlicht werden.
Reinventing Transformation ist ein pragmatischer Ansatz, der die Ebene der Problemerzeugung überschreitet. Er schließt die Lücke zwischen systemischer Logik und der selbstorganisatorischen Dynamik der Natur, die Ursache für die Schwierigkeit ist mit Komplexität umzugehen und den Sinn des Lebens zu verstehen. Das verändert die Kultur, die Leistungsbereitschaft und den Teamgeist. Unternehmen werden zukunftsfähig, weil sie Komplexität nutzen, statt sie zu bekämpfen, und daraus Innovations- und Wandlungsfähigkeit erwächst – und die Fähigkeit, ökonomischen Erfolg mit Nachhaltigkeit, Gemeinwohlorientierung und einer sinnstiftenden Unternehmenskultur in Einklang zu bringen, wie es der gesellschaftliche Wertewandel erfordert.
Fazit: Reinventing Transformation bewirkt einen grundlegenden Wandel des Seins, das zu weniger als 10 % durch bewusste Entscheidungen gesteuert wird. Ganzheitlichkeit und Harmonie ersetzen trennende Mindsets, Menschen entfalten ihre Potenziale. Es entsteht ein neuer Rang (Second-Tier) von Lebens- und Arbeitsqualität im Einklang mit der Natur.
Kulturwandel in Organisationen
In den letzten Jahrzehnten wurden viele Organisationsmodelle ausprobiert, eine Managementmode folgte der anderen. Im Zentrum stand immer die Reduktion von Komplexität, ohne die tieferen Zusammenhänge wirklich zu verstehen. Komplexität ist die Voraussetzung für Lebendigkeit und Kreativität. Beides wurde durch rationale Effizienzsteigerungsstrategien massiv beschädigt. Das zeigt sich in Unternehmen in unmotivierten Mitarbeitern und chronischem Stress, im größeren Maßstab in Umweltproblemen wie Artensterben und Klimawandel. Die Folgen dieser mangelnden Auseinandersetzung mit der Realität sind heute unübersehbar – sowohl in der Umwelt als auch in den Unternehmen selbst, denen es an Wandlungsfähigkeit und Innovationsgeschwindigkeit mangelt.
Der Gallup-Bericht 2024 zum Mitarbeiterengagement zeigt ernüchternde Ergebnisse. Die Zahl der emotional gebundenen Mitarbeitenden liegt seit langem bei unter einem Drittel. Seit der Pandemie ist zudem die Wechselbereitschaft gestiegen und das Wohlbefinden gesunken. Die Wirtschaft braucht engagierte Mitarbeitende, aber viele Menschen wünschen sich eine Reduktion der Arbeitszeit, weil sie in ihrer Arbeit keine Erfüllung finden. Jüngere Generationen zeigen wenig Bereitschaft, in das Hamsterrad von mehr Geld für mehr Konsum einzusteigen. Sie suchen nach Sinn, Selbstverwirklichung und Nachhaltigkeit.
Die Transformation von Bayer
Bayer stützt sein Transformationskonzept Dynamic Shared Ownership (DSO) auf das Werk „Humanocracy“ des Managementdenkers Gary Hamel. Hamel beschreibt Change als Veränderung des Handelns und Transformation als Veränderung des Seins. Er ist sich bewusst, dass die Quote engagierter Mitarbeiter in den USA bei nur 11 % liegt, dennoch konzentriert sich sein Ansatz auf die Pro-Kopf-Produktivität. Einstein nannte es „Wahnsinn“, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Die wahre Ursache der Probleme liegt in der Unmöglichkeit, das lebendige Sein mit rationalem Denken zu erfassen.
Humanocracy – Managementthesen von Gary Hamel
Unternehmen haben große Anstrengungen unternommen, um agile Strukturen und Prozesse zu etablieren. Die Ergebnisse zeigen, dass dies nur selten zu dem gewünschten „agilen Mindset“ geführt hat. Das war zu erwarten, denn es war keine Transformation, sondern ein Change Prozess. Wer Turnschuhe an seine Mitarbeiter verteilt, kann auch nicht davon ausgehen, dass plötzlich alle Rock’n Roll tanzen. Agilität hat auch neue Herausforderungen geschaffen, weil Abstimmungsprozesse fehlen und Synergien verloren gehen. Viele Unternehmen haben nach ihren Agilisierungsprozessen neue Führungsebenen aufgebaut.
Der Mythos der Kundenorientierung besagt, dass die Menschen wissen, was sie wollen. Das „richtige Produkt“ verkauft sich quasi von selbst. Henry Ford hat in seinem berühmten Zitat über schnellere Pferde zum Ausdruck gebracht, dass Menschen nicht wissen, was sie begeistert, bis es ihnen begegnet. In der Textilbranche habe ich das Scheitern von Zweitlinien und Tochtermarken erlebt, die passgenau für Marktsegmente entwickelt wurden, deren Bedürfnisse man genau analysiert hatte. Innovation erfordert den Mut, über die vermeintliche Kenntnis der Kundenbedürfnisse hinauszudenken, denn Absichten und Handlungen von Menschen können weit auseinander liegen und die Dinge ändern sich ständig.
Die Entfaltung der Einzigartigkeit ist der Sinn des Lebens. Sie darf aber nicht mit den eigenen Stärken oder Kernkompetenzen verwechselt werden. Es ist nicht entscheidend, was ein Mensch bewusst will. Nach dem Gesetz der Affinität ziehen seine Strukturen und Muster an, was ihnen entspricht. Selbsterkenntnis, Ganzwerdung und Handlungsvariabilität sind die zentralen Aspekte des Lebens. Wer nicht an seinen Defiziten, falschen Überzeugungen und unbewussten Strukturen arbeitet, wird immer von inneren Konflikten geplagt sein, die ihre Entsprechung „im Außen“ finden.
Veränderung und Innovation sind der natürliche Lauf der Dinge. Es geht darum, herauszufinden auf welche Weise sie blockiert werden. Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen (Heinz von Foerster), weil die Fehler in der rationalen Denkstruktur liegen. Transformation geschieht durch die Erkenntnis, wie man die aktuelle Situation geschaffen hat. Ein erkanntes Muster braucht keinen Umsetzungsprozess, die Erkenntnis ist das, was verwandelt.
Das ist ein wichtiger Punkt, der leider oft anders gehandhabt wird. Kulturkompatibilität ist das Stichwort, das die Selektion und nicht die Vielfalt in den Vordergrund stellt. Es hat sich ein Entwicklungselitismus etabliert, der den Naturgesetzen widerspricht. Resiliente Systeme mit größtmöglicher Handlungsvarianz entstehen durch Diversität und Mischung der Reifestadien.
Übermäßige Bürokratie und Kontrolle sind die natürliche Folge des rationalen Denkens, dem die Selbstorganisation des Seins verborgen bleibt. Wer die implizite Ordnung nicht erkennt, ist überzeugt, selbst Ordnung schaffen zu müssen. Das ist einer der Gründe, warum das Leben so anstrengend ist. Der Mensch versteht es (noch) nicht, im Einklang mit der Natur zu handeln.
Es ist wichtig, Hierarchie nicht mit Macht gleichzusetzen. Sie ist Ausdruck einer höheren Komplexität, durch die sich die Natur – von Mineralien über Pflanzen und Tiere bis hin zum Menschen – organisiert und Handlungsvariabilität erreicht. Wenn Führung primär auf Macht statt auf Souveränität beruht, beginnen Menschen, diese zu untergraben. Dies geschieht völlig unbewusst, denn der größte Teil des Verhaltens wird nicht durch bewusste Denkprozesse gesteuert.
Dezentralisierung, die nicht durch finanzielle Ermächtigungen in den jeweiligen Entscheidungsbereichen unterstützt wird, ist eine Scheinautonomie. Gleiches gilt für Arbeitsprozesse, die von agilen Methoden bestimmt werden, statt echte Selbstorganisation zuzulassen. Entweder man gibt den Menschen die Freiräume, oder man weckt gar nicht erst die Erwartung, dass sie Freiräume haben.
Obwohl Rationalität für bestimmte Projekttypen geeignet ist, stellt sie das Hauptproblem im Umgang mit Komplexität dar. Wer nach dieser Logik handelt, beschränkt die Zukunft auf das, was er heute zu wissen glaubt. Otto Scharmer (Theorie U, Presencing) nennt dies Ego-System-Bewusstsein – es ist die Ursache der Innovationsarmut.
Die Vision von Bayer – Dynamic Shared Ownership (DSO)
Bill Anderson, CEO von Bayer beschreibt in diesem Webinar die Vision von Bayer. Er möchte der Innovationsarmut entgegenwirken, indem er Mut, Belastbarkeit und Unternehmergeist fördert. Anderson ist überzeugt, dass Organisationen ihr Potenzial nur durch hohe Ambitionen ausschöpfen können. Er sieht einen Mangel an Ehrgeiz als Grund für die Schwierigkeiten großer Institutionen weltweit, sich an neue Realitäten anzupassen.
Andersons Ziel, Bayer zu einem Arbeitgeber erster Wahl zu machen und erfüllendere Arbeitsplätze anzubieten, erfordert etwas anderes als Ehrgeiz. Die Forschung von Robert Kegan und Lisa Laskow Lahey (Immunity to Change) zeigt, dass selbst bei hoher Motivation nur einer von sieben Menschen Verhaltensänderungen tatsächlich umsetzt – sogar, wenn es um Leben und Tod geht. Das Autorenpaar identifiziert unbewusstes Verhalten als größtes Hindernis für Veränderungen. Vernunftargumente wirken nur auf das Bewusste, nicht aber auf das neunmal stärkere Unbewusste der Psyche. Das Unbewusste spielt eine wichtige Rolle, aber die tatsächlichen Ursachen für Veränderungsschwierigkeiten sind komplexer.
Wettbewerb und Belohnung
Andersons Konzept des internen Wettbewerbs und der leistungsbezogenen Belohnung von Mikrounternehmen spiegelt ein traditionelles Verständnis von extrinsischen Anreizen wider. Ähnliche Konzepte wurden in der Vergangenheit erfolgreich eingesetzt, wie beim Haus Fabergé Ende des 19. Jahrhunderts.
Wir befinden uns jedoch in einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel, der Unternehmen vor die Herausforderung stellt, eine Balance zwischen ökonomischem Erfolg, Nachhaltigkeit, Gemeinwohlorientierung und einer sinnstiftenden Unternehmenskultur zu finden. Dieser Wandel spiegelt die universelle Entwicklung des menschlichen Bewusstseins von einer Außen- zu einer Innenorientierung, von einem materiellen zu einem immateriellen Weltbild.
Defizit- und Metamotivationen
Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow (1908 – 1970) unterschied zwischen Defizitmotivationen und Metamotivationen. Während Defizitmotivationen auf die Behebung eines unangenehmen Zustandes ausgerichtet ist, sind Metamotivationen auf Wachstum und die Verwirklichung von Werten und höheren Potenzialen ausgerichtet.
Beide Motivationsarten haben den Charakter der Notwendigkeit. Wird ihre Befriedigung gehemmt, führt dies zum Verlust von Lebensenergie bis hin zur Krankheit; wird ihnen Raum zur Entfaltung gegeben, kann sich das ganze Potenzial des Menschen verwirklichen.
Unterschiedliche Einstellungen verstehen
Die folgende Einteilung soll einen ersten Eindruck von den unterschiedlichen Einstellungen von Kunden und Mitarbeitern vermitteln, die der Wertewandel mit sich bringt:
Typ I: Der sicherheits- oder erfolgsorientierte Pragmatiker verwirklicht sich durch Tun
- Findet Erfüllung in der Erkundung der materiellen Welt
- Bevorzugt klare Strukturen und eindeutige Bewertungen
- Fokussiert auf greifbare Resultate und praktische Lösungen
Typ II: Der Sinnsucher sucht Verwirklichung im Sein
- Hinterfragt materielle Errungenschaften
- Strebt nach tieferem Sinn und Zugehörigkeit
- Sucht nach neuen Lebensinhalten jenseits des Materiellen
Typ I hat den reinen Materialismus bereits verlassen, da er sich mit seiner Psyche – einem immateriellen Aspekt – identifiziert. Typ II ist auf der Suche nach dem Höheren und weiß noch nicht, wie es zu erreichen ist. Ein tieferes Verständnis der unterschiedlichen Ansprüche und Motivationen beider Typen ist entscheidend, um Organisationen so zu entwickeln, dass sie den Paradigmenwechsel meistern und zukunftsfähig werden.
- Beispielsweise neigt Typ I dazu, die Bedürfnisse von Typ II nach Sinnfindung und Selbstverwirklichung als weniger wichtig einzustufen oder sogar als „Nabelschau“ abzutun.Typ II hingegen muss sich davor hüten, in unangemessene Überlegenheitsgefühle zu verfallen, nur weil er sich im Entwicklungsprozess weiter fortgeschritten fühlt.
- Beide Typen haben jedoch ihre eigenen Stärken, die sich ergänzen: Typ I bringt Struktur, Effizienz und Zielorientierung in die tägliche Arbeit. Typ II bricht eingefahrene Muster auf, erfasst die subtilen Bereiche und ist stärker auf Veränderung ausgerichtet. Im Zusammenspiel können beide Aspekte der Veränderung, Bewahren und Erneuern, umgesetzt werden.
Dazu ist es wichtig, sich gegenseitig zu akzeptieren, ohne die gleichen Überzeugungen zu teilen. Die Erkenntnis, dass unsere Gedanken nicht die Realität sind, lässt Konflikte gar nicht erst entstehen. - Um beiden Typen gerecht zu werden, braucht es Strukturen, die sowohl sicherheits- als auch erfolgs- und selbstverwirklichungsorientierte Ansätze unterstützen. Außerdem eine inklusive Unternehmenskultur, die unterschiedliche Entwicklungsstadien als gleichwertig versteht.
Wir wollen ein Unternehmen der Gewinner sein
Bill Anderson
Dualität vs. Polarität
Andersons Siegeswille zeigt, wie Konflikte und Spaltungen entstehen. Rationales Denken basiert auf Trennung und Gegensätzen. Vermutlich verleiht jeder Mensch der Welt auf irgendeiner Ebene die Eigenschaften von Gut und Böse. Diese Beurteilung ist jedoch nur ein Konzept, ein konditioniertes, mentales Konstrukt, das jeder anders definiert. Es ist keine Kategorie der Natur, die aus untrennbaren Prozessen komplementärer Kräfte besteht. Was wir als Gegensätze bezeichnen, sind in Wirklichkeit Polaritäten eines übergeordneten Prinzips, die sich gegenseitig bedingen.
Die wahre Dualität ist die zwischen Form und Wesen, zwischen der Vielfalt der physischen, vergänglichen Außenwelt und der Einheit der metaphysischen, unveränderlichen Innenwelt. Die Dinge unterscheiden sich nur in ihren Eigenschaften, das Wesen aller Erscheinungen ist eins. Dieses eine, zeitlose und allumfassende Wesen wird in verschiedenen Traditionen als Liebe, Gott, Seele, Tao oder das Allganze bezeichnet.
Die sichtbare Welt ist nur ein Vorwand für die unsichtbare Welt.
Odilon Redon
Rationales Denken und Sein
Wir können uns vom traditionellen Gottesbegriff lösen und stattdessen von einer intelligenten, selbstorganisierenden Kraft ausgehen, die den Kosmos durchdringt und ordnet. Die Grundbedeutung des Wortes Kosmos ist harmonische Ordnung. Der Quantenphysiker David Bohm hat sie als „implizite Ordnung“ bezeichnet. Ihre Funktionsweise ist sinnvoll, aber nicht linear logisch – gleiche Bedingungen führen nicht zwangsläufig zu den gleichen Ergebnissen. Aus dem Zusammenspiel von Teilen entsteht oft etwas Neues, das mehr ist als die Summe seiner Einzelteile – Emergenz. Der Kosmos, in dem sich diese nichtlineare und selbstorganisierende Dynamik entfaltet, ist ein unteilbares Ganzes, das den Beobachter einschließt. Die Grenzen von Raum und Zeit, Materie und Dinglichkeit haben keine Bedeutung mehr. Alles ist Verbundenheit, Bewegung, Energie.
Lebendigkeit entfaltet sich im Wechselspiel von Form und Wesen, von Trennung und Einheit. Das Sein erscheint dual ist aber nondual – und auch Menschen haben eine Doppelnatur. Sie sind Persönlichkeiten mit einem transpersonalen seelischen Wesen. Die Quantenphysik bietet mit Welle und Teilchen eine passende Metapher: Aus dem ewigen Unendlichen entstehen die vergänglichen Teilchen. Unsere wahre Natur ist die der Welle – verbunden und allumfassend – aber der Verstand, der die Dinge durch Trennung und Gegensätze erkennt, kann die Dreieinigkeit von Vergänglichem, Unvergänglichem und der Kraft, die die Untrennbarkeit der beiden Welten bewirkt, nicht erfassen.
Traditionell geht man davon aus, dass nur direkte Erfahrung oder intuitive Einsicht zur Wahrnehmung des Nondualen führen kann. „Reinventing Transformation“ zeigt jedoch, dass wir das Nonduale in unser Denken und Handeln integrieren können – was zur Lösung unserer fundamentalen Probleme führt und unsere Kultur und Lebensqualität grundlegend verändert.
Unternehmergeist und Leidenschaft
Anderson strebt eine Unternehmenskultur an, die Mitarbeiter zu unternehmerischem Handeln und Potenzialentfaltung ermutigt. Er möchte die Leidenschaft, die Menschen in ihren Hobbys zeigen, auch im Arbeitsalltag sehen.
Aristoteles‘ Konzept der Entelechie bietet hier einen wertvollen Ansatz: Jedes Lebewesen besitzt ein inneres Leitsystem zur Selbstverwirklichung. Nur wenn sich ein Individuum gemäß seinen apriorischen Strukturen entfaltet, kann es Eudaimonia – ein erfülltes und glückliches Leben – erreichen. Dieses antike Konzept findet seine moderne Entsprechung in der Idee der Selbstverwirklichung.
Selbstverwirklichung und Potenzialentfaltung
Selbstverwirklichung bedeutet, die Doppelnatur des Menschen als Körper-Seele-Wesen zu einer Einheit zu verschmelzen, zu einer seelenbewussten Persönlichkeit. Unter Seele wird eine energetische Struktur verstanden, die eine einzigartige Kombination von unveränderlichen seelischen Urmustern darstellt, die durch energetisches Profiling ermittelt werden können. Die Begriffe Seele und Psyche werden oft synonym verwendet, obwohl es sich um völlig unterschiedliche Aspekte des menschlichen Seins handelt.
Die Psyche ist ein personaler, konditionierter Anteil (Teilchen), sie
- dient als „Verdauungsorgan“ für Ängste und Gefühle.
- verarbeitet Erfahrungen und beeinflusst das persönliche Verhalten.
- hilft bei der Anpassung an die Umwelt und der Bewältigung von Herausforderungen.
Die Seele ist das transpersonale wahre oder apriorische Selbst (Welle), sie
- ist Komponist und Dirigent des Lebens, der bestimmte Aufgaben erfüllen will (Lebenssinn)
- ist das Entwicklungsprinzip und die Verbundenheit zwischen Irdischem und Himmlischem
- ist ein Denkorgan (Intuition) mit größerer Wahrheitseinsicht als der Intellekt
Jeder Kontakt mit der Seele ist eine erhebende Erfahrung, eine unmittelbare Gewissheit, die keiner Begründung oder Erklärung bedarf. Tätigkeiten, die aus dem wahren Selbst kommen, werden nicht als Arbeit empfunden, sondern als freudige Erfüllung erlebt – eine Erfahrung, die viele Menschen aus ihren Beziehungen oder Hobbys kennen. Man handelt nicht, um Erwartungen zu erfüllen oder Ziele zu erreichen, sondern weil man die Handlung als sinnvoll empfindet und sie einem selbst entspricht. Selbstverwirklichung geschieht durch die Befreiung von Konditionierungen, bis nur noch das wahre, unbegrenzte Sein übrig bleibt.
Zwischenfazit
Rationalität, die Trennung von Subjekt und Objekt führt zu einer Identifikation als Persönlichkeit (Teilchen), die den Menschen vom lebendigen Sein – und seinem wahren Selbst entfremdet. Er sieht die Welt nicht, wie sie ist, sondern konstruiert sie mit seinem Denken. Daraus entstehen Ziel- und Steuerungslogiken, Wertesysteme und Verhaltensweisen, die auf vielen Ebenen Konflikte und Schäden verursachen. Die große Illusion des Konstruktivismus ist die einer objektiven Realität, die auf dem Unverständnis der Funktionsweise des Geistigen beruht.
Jeder Mensch hat recht – in seiner Wirklichkeitskonstruktion, und jeder versteht nur das, was in seinem Mindset bereits vorhanden ist. Was immer ein Mensch äußert, offenbart sein Bewusstsein. Es gibt also keinen Grund, sich von Perspektiven, Kommentaren, oder Bewertungen angegriffen zu fühlen. Transformation muss darauf abzielen, sich von der Identifikation zu befreien, die dazu führt, dass wir unser Denken mit der Realität verwechseln, was das Leiden und die vielfältigen Konflikte in der Welt verursacht. Die innere Erfüllung, die wir suchen, gibt es wirklich – sie liegt in der Freiheit vom Teilchen-Sein-Müssen. Im folgenden Abschnitt betrachten wir drei Modelle, die zur Transformation von Organisationen eingesetzt werden.
Der Mensch ist ein Teil des Ganzen. … Er erlebt sich selbst, wie auch seine Gedanken und Gefühle, als etwas vom Rest Getrenntes – eine Art optische Täuschung seines Bewusstseins
Albert Einstein
Transformation mit Entwicklungsmodellen
I. Spiral Dynamics
Spiral Dynamics ist als ein Wertemodell bekannt, aber es ist die umfassende Forschungsarbeit des Psychologen Clare W. Graves über die Entwicklung psychosozialer Systeme bei Erwachsenen. Diese Theorie beschreibt sechs grundlegende Paradigmen der menschlichen Existenz, die sich in chronologischer Reihenfolge entwickeln. Er identifizierte zwei Hauptkategorien von Reife-Konzeptionen: Selbstausdruck, der sich auf die äußere Welt konzentriert, und Selbstaufopferung, die den Fokus auf die Psyche richtet. Diese Systeme wechseln sich in einem zyklischen Muster ab.
Graves erkannte, dass der Entwicklungsprozess nicht einfach die Suche nach der „richtigen“ Lebensweise ist, sondern eine Suche nach dem wahren Selbst und der eigenen Einzigartigkeit. Mit jeder Stufe gewinnt der Mensch mehr Freiheit in seinem Verhalten, während gleichzeitig neue Herausforderungen entstehen, die zur Weiterentwicklung anregen. Wenn sich die existenziellen Probleme ändern, lassen sich verschiedene Entwicklungsmuster beobachten, die von Stagnation über oberflächliche Anpassung bis hin zu grundlegenden Veränderungen des Weltbildes reichen. Interessanterweise bleibt das Temperament eines Menschen, die Art und Weise, wie er seine Fähigkeiten einsetzt, konstant.
Er entdeckte auch einen höheren Rang von Systemen, ein Second-Tier, das in früheren Veröffentlichungen als „geistiges Bewusstsein“ (Nondualität) bezeichnet wurde, was es nicht ist. Es sind Systeme, die sich mit Metabedürfnissen befassen. Da das „holistische“ Verständnis von Spiral Dynamics auf dualistischem Bewusstsein basiert, geht es nicht über die Ebene der Problemerzeugung hinaus.
Den praktischen Nutzen seines Modells sieht Graves in der Reorganisation von Bildung und Management. Wenn das Wertesystem von Führungskräften und Lehrern mit dem von Schülern und Mitarbeitern übereinstimmt, werden wesentlich bessere Ergebnisse erzielt.
Welches Fazit zieht Graves aus seinen Untersuchungen?
Clare W. Graves kam zu dem Schluss, dass das Leben ein kontinuierlicher Prozess ist, in dem Menschen Lebensstile entwickeln, die neue Probleme schaffen. Diese Probleme führen zur Aktivierung neuer Gehirnsysteme, um sie zu bewältigen, was wiederum zu neuen Lebensstilen führt. Dieser Kreislauf setzt sich endlos fort. Graves folgert daraus, dass es keine Selbstverwirklichung geben kann. Da er nur innerhalb von Mindsets geforscht hat, ist seine Schlussfolgerung logisch, aber nicht wahr. Selbstverwirklichung geschieht durch die Befreiung vom konditionierten Denken.
Er fand keine Beweise dafür, dass sich die Persönlichkeit aus eigener Kraft auf höhere Daseinsebenen erheben kann oder dass jemand anderes dies für eine Person tun kann. Es ist jedoch möglich, günstige Bedingungen für die Entwicklung zu schaffen, auch wenn es keine Garantie dafür gibt, dass eine Person diese Möglichkeit wahrnimmt.
Kritische Betrachtung der Entwicklungstheorie Spiral Dynamics
Das Verständnis intersubjektiver Wertesystemen zeigt, wie tief diese – oft unbewusst – das Denken der Menschen prägen. Diese Erkenntnis hilft uns, menschliches Verhalten besser zu verstehen. Die Identifikation mit dem Denken, die ein Mindset prägt, führt aber unweigerlich zu Konflikten mit Andersdenkenden. Werte sind ihrem Wesen nach absolut. Der relativierende Verstand verwandelt sie in Moral, d. h. der Mensch handelt nach seinen Kategorien von Gut und Böse, und nicht absolut.
Das dualistische Bewusstsein projiziert „das Böse“ grundsätzlich nach außen. Der Hass des Menschen richtet sich immer auf das, was ihm seine (eigenen) schlechten Eigenschaften bewusst macht. Und so wird die Moral oft dazu missbraucht, den Menschen zu verurteilen, anstatt ihn bedingungslos anzunehmen, wie es dem Wesen des Seins entspricht.
Menschen mit komplexeren Denkweisen können einfachere Denkweisen verstehen und sich ihnen anpassen. Das allein löst aber noch keine Probleme in Organisationen oder in der Gesellschaft. Denn nur etwa 2% der Menschen in den entwickelten Ländern denken auf diesen komplexeren Ebenen. Und selbst diese Menschen finden nicht die Erfüllung des Seins. Diese Situation zeigt, dass wir einen anderen Ansatz brauchen, um die Konflikte der Menschheit zu lösen.
Es ist zu bedauern, dass Graves sich in seiner Forschung auf die Wechselwirkung mit äußeren Umständen beschränkt und die seelische Dimension ignoriert hat, wie es so viele Entwicklungsmodelle tun. Graves kannte Maslows Forschungen zur Selbsttranszendenz, die im Jahre 1970 zur Erweiterung der Bedürfnispyramide geführt haben, „lehnte sie aber ab“.
Graves‘ Forschungsergebnisse zeigten, dass das Temperament eines Menschen unveränderlich ist und dass Menschen unterschiedlich auf Veränderungen reagieren – von Stagnation bis hin zu radikalen Veränderungen. Diese Beobachtungen weisen auf eine tiefere Dimension des Selbst hin. Alle Veränderungsimpulse im Menschen gehen von der Seele aus. Sie meldet sich durch Unzufriedenheit, wenn eine Veränderung der Lebensumstände notwendig ist, um die Lebensaufgabe zu erfüllen. Selbsterkenntnis ist eine wesentliche Voraussetzung für ein gelingendes Dasein.
Unterschiedliche Entwicklungslinien
Ein Hinweis für Experten der Stufentheorien der Bewusstseinsentwicklung: Der hier vorgestellte Transformationsweg ist kein Inhalts- /Struktur-Fehlschluss durch Verabsolutierung eines Bewusstseinsinhaltes, sondern stellt eine andere Entwicklungslinie dar. In allen Bewusstseinswelten werden zwei sich ergänzende Wege beschritten: Der Weg der Erkenntnis und der Weg der Liebe.
Hier geht es um den letzteren, der sich nicht mit der Entwicklung kognitiver Strukturen beschäftigt. Über die Fähigkeit, sich auf das Leben einzulassen, ein Gespür für sich selbst und den Sinn des Lebens zu entwickeln, gelangt der Mensch zu seinem wahren Selbst, dessen Wesen die Liebe ist. Dies ist auf jeder trans-egozentrischen Entwicklungsstufe (rotes Wertesystem) möglich, man „verlässt“ sozusagen die Spirale, weil man sich nicht mehr mit seinen Gedanken identifiziert. Die Einsicht, dass alles, was man anderen antut, man sich selbst antut, reicht als Wertesystem völlig aus. Liebe ist Transformation von Moment zu Moment.
Ein friedliches Zusammenleben aller Menschen erfordert die Rückkehr zu einem unverkopften Lebensverständnis und das Ende des Entwicklungselitismus. In dem Raum, den das Denken um sich herum schafft, gibt es keine Liebe. Das Verlorene ist das Einssein, das Ungeteilte, das Ungetrennte, das von Liebe Durchwobene, das jenseits aller Polarisierung und Fragmentierung liegt. Unsere Fähigkeit zu lieben und mit uns selbst identisch zu sein, bestimmt unsere Lebensqualität und ist unabhängig von der Komplexität der Denkstruktur. Liebe schließt nichts aus – das ist der Unterschied zum Bewusstsein.
Ein Tropfen Liebe ist mehr, als ein Ozean an Wille und Verstand.
Blaise Pascal
II. Gewahrseinsbasierte Systemveränderung
Otto Scharmer hat mit seiner „Theory U“ und dem Konzept des „Presencing“ einen strukturierten Ansatz zur Transformation von Bewusstsein in Organisationen vorgestellt. Sein Ziel ist es, kollektive Entscheidungsfindung, Führung und Innovation zu revolutionieren. In dem Podcast Insights at the Edge berichtet er über sein Schaffen.
Presencing – Verbindung von Gegenwart und Zukunftspotenzial
Presencing, ein Kunstwort, das sich aus „presence“ (Gegenwart) und „sensing“ (hinspüren) zusammensetzt, beschreibt die Fähigkeit, das höchste Zukunftspotenzial zu spüren und sich mit der Gegenwart zu verbinden. Dieser Ansatz zielt darauf ab:
- „Von der Zukunft her“ zu führen und Visionen zu entwickeln
- Kreativität und Innovation zu fördern
- Neue Lösungen und Möglichkeiten zu entdecken
Vom Ego-System-Bewusstsein zum Öko-System-Bewusstsein
Der Bewusstseinswechsel umfasst:
- Öffnung von Geist, Herz und Wille
- Agieren jenseits physischer und institutioneller Grenzen
- Aufgeben von Urteilsgewohnheiten
- Neuausrichtung der Aufmerksamkeit
- Loslassen und Zulassen
- Fokus auf den gegenwärtigen Moment statt auf Ergebnisse
- Einlassen auf Nichtwissen
- Manifestation der Zukunft
Kritische Betrachtung der gewahrseinsbasierten Systemveränderung
Otto Scharmers Presencing-Ansatz zielt als „Transformationstechnik“ auf eine höhere Seinsebene ab. Dies steht im Widerspruch zu Graves‘ Theorie und taoistischen Lehren, die besagen, dass solch eine Ebene nicht willentlich erreichbar ist. Scharmers Methode versucht, das Transrationale durch rationale Mittel (Soll-Ist-Logik) zu erreichen. Zwar ist Bewusstseinserweiterung möglich, doch bedeutet dies nicht zwangsläufig eine Transformation des Ego-Bewusstseins. Der Ansatz spiegelt das grundlegende Spannungsfeld zwischen Absichtslosigkeit und Zielorientierung wider, das spirituelle Entwicklung so herausfordernd macht.
Geistiges Bewusstsein bedeutet, dass das Handeln durch eine selbstlose Kraft geschieht – man könnte sie universelle Liebe nennen – die den übergeordneten Willen des Ganzen verwirklicht. Um diesen übergeordneten Willen wahrnehmen zu können, muss der Geist frei und ruhig sein, Zielgerichtetheit und persönlicher Wille haben darin keinen Platz. Diese Ruhe des Geistes kann aber nicht willentlich herbeigeführt werden, sie entsteht, wenn der Wille aufhört.
Der Mensch kann seinen Willen nicht aus eigener Kraft überwinden, da er von tief verwurzelten Ängsten und Überlebensinstinkten getrieben wird. Deshalb scheitern Veränderungsabsichten so oft. Nur das Höhere kann das Niedere wandeln; Selbsterkenntnis ist daher der Schlüssel zur Transformation. Das höhere Selbst vermag die bedürfnisgesteuerte Natur des Menschen in einen Zustand der Liebe zu wandeln, der unabhängig von äußeren Umständen ist. Liebe ist Freiheit vom Eigenwillen; sie hat keine Motive und versucht nicht, Erfahrungen zu kontrollieren, wie es das Ego tut. Liebe unterscheidet sich nicht von Wahrheit. Liebe ist der Zustand, in dem der Denkprozess, als Zeit, vollständig aufgehört hat, manche nennen es Flow.
Lösungen liegen im Erkennen der Ursachen
Auch hier zeigt sich, dass die Soll-Ist-Logik nicht die richtige Strategie ist. Um Probleme zu lösen, müssen wir herausfinden, wie wir einen fixierten Zustand erzeugen. Der natürliche Lauf der Dinge ist fortwährende Veränderung. Indem wir unsere eigenen Konditionierungen verstehen, können wir uns von Denkmustern befreien. Das ist keineswegs trivial, denn das Ego versteckt sich hinter edlen Gedanken und guten Absichten. Es verbirgt sich hinter der Vernunft, Arbeitsplatzsicherung, Selbstaufopferung, Unterschied machen und Weltverbesserung. Aber im Grunde ist das Ego eine Illusion, es ist nicht das, was es zu sein scheint, und deshalb kann es aufgelöst werden.
II. Transformation mit dem Barrett Value Model™

Das Barrett Values Centre (BVC) fördert Veränderungen in Organisationen durch die Nutzung von Werten und kultureller Dynamik. Das Barrett Model, inspiriert von Maslows Selbstverwirklichung, integriert menschliche Motivation und Verhalten in die „Seven Levels of Consciousness“, um nachhaltige Transformationen zu ermöglichen.
Die zentralen Elemente des Modells
- Messung der aktuellen Kultur
BVC beginnt mit der objektiven Messung* der Organisationskultur durch umfassende Werte- und Kulturassessments. Diese Analysen decken die kulturellen Stärken und Schwächen auf und bilden die Grundlage für die Transformation.
*Es ist nicht angemessen, Erhebungen als Messungen zu bezeichnen. Es gibt keine Messinstrumente für Werte und Kultur. Die Objektivierung des Subjektiven ist der blinde Fleck der Rationalität, Beobachtungen können nicht ohne einen Beobachter gemacht werden. - Identifikation von Chancen und Lücken
Nach der Messung identifiziert BVC die Unterschiede zwischen der aktuellen und der gewünschten Kultur. Durch gezielte Analysen werden Strategien entwickelt, um diese Lücken zu schließen und die Organisation in Richtung ihrer Ziele zu bewegen. - Begleitung und Umsetzung der Transformation
BVC unterstützt den Wandel durch kontinuierliche Begleitung. In enger Zusammenarbeit mit Führungskräften und Mitarbeitern werden Strategien nachhaltig umgesetzt und regelmäßig überprüft, um den Fortschritt sicherzustellen.
Wirkkraft und Nutzen
- Verbindung von Werten und Verhalten: Der Fokus auf Werte schafft eine tiefere Verbindung zwischen individuellen und organisatorischen Zielen, was zu höherem Engagement führt.
- Nachhaltige Veränderung: Kontinuierliche Begleitung sorgt dafür, dass Veränderungen tiefgreifend und dauerhaft sind.
- Resilienz und Anpassungsfähigkeit: Aktive Kulturgestaltung macht Organisationen widerstandsfähiger und anpassungsfähiger gegenüber Veränderungen.
Kritische Betrachtung des Barrett Value Models
Das Barrett-Modell präsentiert sich als ganzheitlicher Ansatz zur Organisationsveränderung, der Strukturen, Systeme, Prozesse, Führung und Kultur umfasst. Auf den ersten Blick erscheint es ähnlich vielversprechend wie einst das Konzept der Agilität. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich jedoch vergleichbare Schwachstellen: Es ist ein mentales Konstrukt mit einer Soll-Ist-Logik.
Barrett nutzt die synergetischen Kräfte übereinstimmender Wertesysteme, wie von Graves vorgeschlagen. Um die Entwicklungsfähigkeit von Wertesystemen zu hinterfragen, betrachten wir folgendes Szenario: Ein erfolgsorientierter High Performer (oranges Wertesystem) wird in einem Stuhlkreis aufgefordert, über seine Unsicherheiten und Gefühle zu sprechen, um das Wir-Gefühl zu stärken (grünes Wertesystem). Nach der Entwicklungstheorie wäre dies die nächste Stufe.
Die Mindsets der Menschen sind durch ein kaskadierendes Abwehrsystem geschützt. Versuche, sie direkt zu verändern, sind nicht nur meist erfolglos, sie gehen auch am Kern des Problems vorbei. Mindsets sind Realitätskonstruktionen, die die direkte Wahrnehmung der Wirklichkeit verhindern. Sie erzeugen Konflikte und hindern den Menschen daran, in die Fülle und Tiefe des Seins zu gelangen. Die Illusion aufzulösen, dass Erfüllung in der Verwirklichung der eigenen Vorstellungen liegt, ist der Game Changer.
Fazit Transformation mit Entwicklungsmodellen
Keines der drei Modelle findet eine Lösung für den Konstruktivismus, der dazu führt, dass Menschen sich gegenseitig bekämpfen, anstatt co-kreativ Probleme zu lösen. Weil Menschen sich mit ihren Gedanken identifizieren, verbrauchen sie ihre Energie mit der Bewältigung von Erwartungen, Konflikten und Gefühlen. Das ist nicht das Leben, sondern das Getrenntsein davon. Alle Teilchen stehen in Konkurrenz zueinander und müssen um begrenzte Ressourcen kämpfen. Als Welle kann jeder einzigartig und im Flow sein – das ist das Sein.
Liebe wird als Gefühl missverstanden; in Wirklichkeit ist sie eine Geisteshaltung, eine Art, in der Welt zu sein, sich selbst und andere zu sehen.
Wie Transformation gelingt
Grundlegende Erkenntnisse für die Transformation
Gregory Bateson, Systemtheoretiker, Anthropologe, Kybernetiker und Philosoph, erkannte: Die größten Probleme der Welt entstehen aus der Diskrepanz zwischen der Funktionsweise der Natur und der Denkweise der Menschen. Um mit der Natur in Einklang zu kommen, brauchen wir eine grundlegend andere Denkstruktur.
Die Illusion des rationalen Denkens liegt in der vermeintlichen Beherrschbarkeit und Veränderbarkeit der Dinge. Dabei werden die selbstorganisierenden und unveränderlichen Dimensionen des Seins ausgeblendet. Diese Aspekte entsprechen in anderen Terminologien der Seele und dem Urgeist – den unsichtbaren Bereichen unseres metaphorischen Eisbergs. Das Unermessliche und Unaussprechliche wird nur in der Liebe wahrgenommen, niemals durch den Intellekt. Die Transzendenz in der Immanenz und das Absolute im Relativen sind unhintergehbare Realitäten.
Systemisches Denken operiert typischerweise im vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum und erfasst dort Beziehungen, Prozesse und Emergenz. Um das Leben in seiner Tiefe zu verstehen, müssen wir uns jedoch der unendlichen Komplexität stellen, die sich über weit mehr, uns größtenteils unbekannte Dimensionen erstreckt. Dies erfordert eine metasystemische Denkweise, die Zeitlosigkeit, Unbegrenztheit, Unbestimmtheit und das ständige Entstehen neuer Phänomene berücksichtigt. Dieser Ansatz markiert einen Paradigmenwechsel vom Wissen zum bewussten Nichtwissen, vom Yang zum Yin.
Die Schlüsselkompetenz: Unterscheidungsfähigkeit
Die Fähigkeit, zwischen mentalen Konzepten und der Wirklichkeit zu unterscheiden, ist die Kompetenz, die es zu erwerben gilt. Solange wir unser Denken mit der Realität verwechseln und von linearen und logischen Zusammenhängen ausgehen, in denen Erfahrungen der Vergangenheit auf die Zukunft projiziert werden, sind wir weit davon entfernt, die Natur als ein universelles Fließen von Ereignissen und Prozessen zu verstehen.
Der Taoismus bietet einen wirksamen Ansatz zur Unterscheidung der beiden Arten des Denkens mit der folgenden Metapher:
- Der „Gastgeber“ (Geist):
- Ursprüngliches, schöpferisches und abstraktes Denken (Second-Tier)
- Unabhängig von Zeit und Raum
- Quelle unserer Lebenskraft
- Der „Gast“ (Verstand):
- Bewusstes, konzeptuelles und konditioniertes Denken
- Geprägt durch Erfahrungen und Umwelt
- Neigt zur Selbstbeschäftigung
Wenn sich die Aufmerksamkeit auf den Gast richtet, verschwindet der Gastgeber aus dem Bewusstsein und der Verstand erscheint als unabhängige Instanz, die mit dem Ego gleichzusetzen ist. Dies führt zu einer Trennung von der Quelle des Lebens. Das Sein, das Leben in der unmittelbaren Wirklichkeit – und nicht in gedanklichen Konstrukten – erfüllt mit Lebendigkeit, Gelassenheit und Sinn. Das wird durch die Kultivierung des ursprünglichen oder holistischen Denkens erreicht.
Holistisches Denken
Holistisches Denken umfasst die Dreieinigkeit des Seins, indem es die Äquivalenz von Materie, Geist und Energie nutzt. Es ist prozesshaft, nondual, unpersönlich und wertfrei. Tatsächlich ist holistisches Denken ein Wahrnehmungsprozess (Yin), bei dem die Aufmerksamkeit der Energie und ihrer ständigen Veränderung folgt.
Energie fließt von selbst, wenn nichts blockiert wird. Entscheidungen werden unter dem Gesichtspunkt getroffen, was die Energie in der konkreten Situation unterstützt und welche Auswirkungen dies auf das Ganze hat. Man diskutiert nicht über Standpunkte und Perspektiven, sondern orientiert sich am übergeordneten Prinzip und prüft, welche Handlungsoption am wenigsten Energie verbraucht. Es ist nicht das Vermeiden von Anstrengung, sondern die Nutzung der Natur innewohnenden Weisheit, die Mühelosigkeit bedeutet. Nicht gegen die Natur zu handeln, nennen die Chinesen Wei-Wu-Wei.
Die Auswirkung von holistischem Denken:
- Die Veränderlichkeit der Komplexität wird nicht mit Soll-Ist-Logiken bekämpft, sondern man folgt ihrem ewigen Wandel und lernt, ihn konstruktiv zu nutzen.
- Es bindet die Aufmerksamkeit und verhindert Gedankenbewegungen, so dass der Verstand, der Monkey-Mind schweigt.
- Es ist eine tiefe Verbundenheit mit dem Sein oder Flow-Empfinden.
- Man öffnet sich der Ursachenebene und kann sehr viel weisere Entscheidungen für die Handlungsebene treffen.
- Alle denken auf die gleiche Weise und werden sich der Verbundenheit des Lebendigen bewusst.
- Man lernt, sich von der Rationalisierung, der illusorischen Trennung von Beobachter und Beobachtetem – und damit vom Mindset – zu befreien.
Alles, was der Mensch heute tut, nämlich Daten zu sammeln, zu analysieren und zu verarbeiten, wird von der KI übernommen werden. In zehn Jahren wird Bewusstsein höher bewertet werden als Wissen.
Sadhguru
Kultur wandeln
Unser Sein ist die Beziehung zum Leben, das Schwingungsmuster, mit dem wir mit der Welt in Resonanz treten. Das Sein zu kultivieren bedeutet, innere Stimmigkeit zu schaffen. Das Kohärenzgefühl ist die am meisten unterschätzte Ressource eines Unternehmens; es bestimmt maßgeblich die emotionale Bindung der Mitarbeiter. Die Lebensqualität des Menschen hängt von seiner Energie ab, die im Alltag – und nicht nur auf der Yogamatte – harmonisiert und vitalisiert werden muss.
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, durch die Gestaltung von Räumen, Atmosphäre, Strukturen, Teams und Prozessen Energie zu vitalisieren und zu harmonisieren, so dass eine belebende Wechselwirkung zwischen Mitarbeitenden und System entsteht. Holistisches Denken schafft die Grundlage für ein Wirklichkeitsverständnis, das über lineare Zusammenhänge hinausgeht. Energie zu harmonisieren heißt, die individuelle Unterstützung des Einzelnen (energetisches Profil) mit dem System, das ebenfalls harmonisiert wird, in Einklang zu bringen. Es werden bessere Ergebnisse mit weniger Aufwand erreicht. Das ist ganzheitliche Effizienz ohne Nebenwirkungen.
Ganzheitlichkeit im Personalwesen
Die Verbundenheit allen Lebens bedeutet, dass jedes Detail eine Rolle spielt, deren Relevanz wir nicht bewerten können. Also darf nichts vernachlässigt werden. Mit dieser Einsicht beginnt eine neue Personalpolitik, die Menschen nicht länger auf ihre Leistungen und Rollen reduziert, sondern sie ganzheitlich sieht. Menschen wollen so sein, wie sie wirklich sind und in ihrer Einzigartigkeit gesehen werden. Weil dieses Bedürfnis in unserer Arbeitswelt oft unerfüllt bleibt, erleben wir einen Engagement-Notstand.
Selbst-Sein ist das höchste Glück des Menschen. Stress und Unzufriedenheit entstehen, wenn man von falschem Pflichtgefühl und der Erfüllung von Erwartungen getrieben wird, anstatt aus sich selbst heraus zu handeln. Wo Pflicht ist, da ist keine Liebe. Selbstverwirklichung hat nichts mit Selbstfindung zu tun, sondern damit sich selbst „freizuschaufeln“. Das wahre Selbst liegt begraben unter all den erlernten und ererbten Vorstellungen darüber, wer oder was man zu sein hat oder nicht sein darf. Indem man aufhört, etwas zu werden, was man nicht ist, wird man zu seinem wahren Selbst. Selbstverwirklichung ist eine unbestechliche Freiheit, die sich ausschließlich an Wahrhaftigkeit orientiert und bedeutet, sich selbst sein lassen zu können (Welle).
Die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Denken und Wirklichkeit ist also das Schlüsselelement für die persönliche Entwicklung und die organisatorische Transformation. Organisationen, die ihre Mitarbeitenden so respektieren, wie sie sind, und sie bei der Entfaltung ihrer Potenziale unterstützen, erhalten mehr als Engagement zurück. Wenn Menschen die Erfahrung machen, dass man sich für sie persönlich interessiert und ihnen den Alltag erleichtert, entsteht Leistungsfreude, die zu Kreativität und Innovation führt – und zu Loyalität, die auch in schwierigen Zeiten trägt.
Das Ziel ist niemals ein Ort, sondern eine neue Art, die Dinge zu sehen.
Henry Miller
Transformation ist ein Umkehrprozess
Transformation kann nicht mit Methoden, Strategien und Systemen erreicht werden, denn es geht nicht um einen Mangel an Wissen. Es geht um die Entfaltung unserer Potenziale von Erkenntnisfähigkeit, Liebe und innerer Freiheit. Freiheit ist die Essenz von Menschsein und Entwicklung. Indem man sich von begrenzenden Überzeugungen befreit, kann man das Unbegrenzte wahrnehmen. In der Verneinung dessen, was nicht Liebe ist, ist Liebe.
Man braucht keinen Berater, sondern einen Freigeist, der einem hilft, die Konstruktionen und Identifikationen aufzulösen, die einen dort festhalten, wo man gerade ist. Der Transformationsprozess ist schrittweise und unvorhersehbar. Es geht immer um den nächsten Schritt; den übernächsten planen zu wollen ist wieder nur ein Konstrukt, da man noch gar nicht weiß, was sich verändern wird.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass man niemanden dazu bringen kann, Klarheit zu sehen, der sich in seinem Nebel wohlfühlt. Die meisten Menschen leben lieber mit bekannten Übeln, als sich auf Ungewissheit einzulassen. Die Paradoxie des Ganzen bleibt ihnen verborgen: Alles Irdische ist ungewiss, weil es vergänglich ist. Die wahre Sicherheit und Beständigkeit liegt im Geistigen.
Wer im Sein verankert ist, kann den Verstand verlieren – respektive sein Ego aufgeben – weil er nur ein Bündel von Gedanken ist. Gedanken kommen und gehen, ihnen keinen Tee zu servieren ist das ganze Geheimnis. Das Ego ist ein Konstrukt des Denkens, und alles Denken ist konditioniert. Wirklich ist nur, was aus sich selbst heraus existiert. Das Ego ist eine Illusion, wenn auch eine besonders hartnäckige.
Das größte Bestreben des Egos ist es, gut sein zu wollen. Wenn man endlich „das Böse“ in sich zulassen kann und sich selbst mit all seinen Macken akzeptiert, ohne etwas ändern zu wollen, dann ist man frei. Dieser Zustand ist unumkehrbar, die Raupe ist tot. Paradoxerweise haben wir durch das Zulassen des „Bösen“ die Wahl, wie wir sein oder uns verändern wollen. Solange wir nicht akzeptieren, was wir sind, können wir nichts ändern.
Was sind die konkreten Unterschiede?
Wie sich Wirklichkeit und konditioniertes Denken (Mindsets) unterscheiden, zeigen folgende Aspekte:
#01 Soll-Ist-Logik
Diese Logik ist das generelle Problem des rationalen Zeitalters. Das Denken erzeugt einen Konflikt zwischen dem, „was ist“, und dem, „was sein sollte“, zwischen Wirklichkeit und Theorie. Indem wir unsere Erwartungen auf das Leben projizieren, trennen wir uns von der Welle und verpassen die Möglichkeiten, die sich ständig eröffnen. Der Sinn des Lebens liegt in den Erfahrungen. Sie kontrollieren zu wollen, blockiert nur Energie und kann schwierige Zeiten nicht verhindern. Offen zu sein und jede Erfahrung anzunehmen, macht das Leben leichter. Schmerz ist nicht zu vermeiden, aber das Leiden, das durch Widerstand entsteht.
#02 Um-zu-Logik
Mit schlechten Zeiten gute erreichen zu wollen, ist ein weiteres Gedankenkonstrukt, das am Leben vorbeigeht. Glück ist nicht skalierbar, nichts kann nachgeholt oder kompensiert werden. Jeder Moment sollte voller Lebendigkeit sein, beruflich wie privat, und das erreicht man nur, wenn man sich selbst treu bleibt. Wir müssen nicht erfolgreich sein, um glücklich zu sein. Wir müssen unser wahres Selbst sein, dann ist unser Glück unabhängig von äußeren Umständen.
#03 Methodengläubigkeit
„Endlich planbar Kunden gewinnen“, oder „Mit dieser einfachen Methode Projektrisiken ausschließen“ sind Denkmuster, die auf der Trivialisierung der Realität basieren. Prozesse werden auf wenige bekannte Variablen reduziert, während das Zusammenwirken von Tausenden von Variablen ein Ereignis hervorgebracht hat. Dinge können sich wiederholen, müssen sie aber nicht. Was für einen funktioniert, funktioniert für einen anderen noch lange nicht. Wenn-dann-Logiken übersehen, dass die Wirklichkeit nicht linear ist; sie entfaltet sich von Moment zu Moment.
#04 Planbarkeit
Da sich die Wirklichkeit im Wechselspiel zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen entfaltet, sind Veränderungen oft sprunghaft. In solchen Fällen sprechen wir von Unfällen, Zufällen, Glücksfällen und Wundern. Wunder stehen aber nicht im Widerspruch zur Natur, sondern nur zu unserem begrenzten Verständnis der Natur. Gück ist ein Empfinden von Zeitfreiheit, und jede Lücke zwischen zwei Gedanken ist zeitfrei. Man kann nicht nur seine Freizeit im Flow verbringen, sondern auch seinen Arbeitsalltag. „Work-Life-Balance“ ist auch nur ein Konstrukt, das Sein ist untrennbar.
#05 Wunschdenken
„So manifestierst du deinen Traumjob“, „Verwirkliche deine Herzenswünsche mit Leichtigkeit“, „Aktiviere deine übersinnlichen Fähigkeiten“. Geistige Gesetze unterscheiden sich grundlegend von physikalischen Gesetzen, denen objektive Mechanismen zugrunde liegen. Die Wirksamkeit geistiger Gesetze hängt vom Grad der Selbstverwirklichung des Handelnden ab und nicht von erlernbaren Techniken. Der Markt der „richtigen Manifestation“ nutzt die Sehnsucht des Menschen nach einfachen Lösungen aus, indem er die Illusion der leichten Erlernbarkeit verkauft. Die Befreiung vom Wunschdenken ist aber der Weg zu einem erfüllten Leben, denn es geht darum, der zu werden, der man wirklich ist, und nicht der, der man sein möchte.
#06 Never mind the mind
Der Verstand ist der Übeltäter, der durch seine dualistischen Strukturen die Illusion des Egos erzeugt. Jede Situation ist einzigartig, solange wir gemäß unseren Konditionierungen handeln, wiederholen wir nur alte Muster. Es gibt keine „guten“ oder „schlechten“ Konditionierungen – es gibt nur die Freiheit von Konditionierungen. Wir sind nicht unsere Gedanken, wir sind der Beobachter und die Intelligenz hinter den Gedanken. Wenn wir das verstehen, sind wir frei.
#07 Werte und Perspektiven
Durch die Illusion des dualistischen Bewusstseins sind die Perspektiven horizontal ausgerichtet. Der Mensch sieht die Welt von außen und auch sein Werteverständnis ist relativ. Die Achse des Lebens verläuft vertikal von der Einheit zur Vielfalt. Höhere Werte zu verwirklichen, bedeutet nicht, das Beste für die ganze Welt zu wollen. Es bedeutet zu verstehen, dass im anderen nichts ist, was nicht auch in uns ist.
#08 Die Vernunft ist begrenzt
Einzelne Veränderungsvorhaben scheitern bereits an den unbewussten Anteilen der Psyche. Die Wirkungen des Unbewussten kumulieren sich in der Masse, weil die Vernünftigkeit des Bewusstseins durch die Massenwirkung unterdrückt wird. Es gibt keinen ausreichenden Schutz gegen psychische Epidemien. Obwohl Vernunftappelle nicht funktionieren, ist es immer wieder das Mittel der Wahl. Wir müssen die strukturellen Egoismen in der Gesellschaft und in Organisationen überwinden, um unerwünschtes unbewusstes Verhalten zu vermeiden.
#09 Die Gegenseitigkeit des Seins
Alles, was man im Außen erreichen will, muss man zuerst im Innen verwirklichen. Der einzige Weg, eine Freundschaft aufzubauen, ist, ein guter Freund zu sein. Wer engagierte Mitarbeiter will, muss ein attraktiver Arbeitgeber sein. Employer Branding heißt nicht, Social Media mit Hochglanzstorys zu füttern. Es bedeutet, Mitarbeiter durch Taten – nicht durch Storytelling – ehrlich zu begeistern. Diese Energie zieht weitere Mitarbeiter an.
#10 Paradoxie
Die Fähigkeit, die Polaritäten und Paradoxien des Lebens zu erfassen und zu integrieren, zeugt von geistiger Reife. Im Gegensatz dazu deutet das Beharren auf Eindeutigkeit auf ein begrenztes Verständnis der Komplexität des Daseins hin. Das große Ganze ist formlos, während es allem Form verleiht. Das Individuum ist universell und das Universum ist individuell. Der Mensch ist einzigartig, aber nichts Besonderes. Wahre Individualität entfaltet sich in der Hingabe an das Ganze. Um unser volles Potenzial zu leben und Ganzheit zu erreichen, müssen wir selbst paradox sein.
#11 Subjektivität – Objektivität
Das Erleben jedes Menschen ist individuell und subjektiv. Daraus ein vermeintlich objektives Weltbild zu konstruieren, ist die Illusion des Konstruktivismus. Die Objektivierung des Subjektiven ist genauso verzerrend, denn das Wesentliche entzieht sich der objektiven Betrachtungsweise, wie der metaphorische Eisberg belegt. Wenn wir die Subjekt-Objekt-Trennung der Rationalität hinterfragen, können wir verstehen, dass es keine beobachterunabhängige Realität gibt. Der Beobachter und das Beobachtete sind immer eins.
#12 Selbsterkenntnis
Selbsterkenntnis bedeutet nicht nur, sich selbst zu erkennen. Es bedeutet auch, alle Wahrheit selbst zu entschlüsseln. Der erste Grundsatz der wahren Lehre ist, dass nichts gelehrt werden kann. Was man aus Büchern oder von anderen lernt, kann man nur glauben. Die eigene Erkenntnis ist eine unerschütterliche und transformierende Gewissheit. Man sollte wirklich aufhören, die Entwicklung mit kognitiven Mitteln voranzutreiben. Die höhere Intelligenz der Seele steht uns als Bordmittel zur Verfügung, wir müssen nur ihre Sprache lernen, sie kommuniziert ohne Worte. (Die innere Stimme ist nicht die Seele, sondern das Gewissen).
Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: Je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.
Hermann Hesse
Fazit Reinventing Transformation
Transformation ist das beherrschende Thema unserer Zeit. Die Häufigkeit, mit der dieser Begriff auftaucht, weist auf Mängel in unserer „Alltagslogik“ hin. Die Tragödie unserer Epoche besteht darin, dass wir versuchen, jedes Objekt, jede Kraft und jedes Element des Universums in für den Intellekt verständlichen Begriffen zu interpretieren.
Da dies ein hoffnungsloses Unterfangen ist, haben wir uns von den unendlichen und unveränderlichen Dimensionen des Seins entfremdet. Wir benötigen eine metasystemische Denkweise, die dem Unbeweisbaren Raum gibt und die Menschen von Konditionierungen befreit, die sie in ihren Vorstellungen – statt in der Wirklichkeit – leben lassen.
Das begriffliche Denken als Hindernis für die Erkenntnis der Wirklichkeit zu durchschauen, ist die größte Befreiung. Eine holistische, nicht trennende Denkweise ermöglicht es uns, das Leben als einen kontinuierlichen Fluss von Prozessen zu begreifen. Denken und Handeln im Einklang mit der Natur führt zu einer unmittelbaren und spürbaren Verbesserung der Lebensqualität. Statt Komplexität zu bekämpfen, können wir ihre Lebendigkeit nutzen.
Die Ausrichtung auf Harmonie und Ganzheitlichkeit verändert die Kultur. Menschen finden ihre Kreativität und Leistungsfreude wieder, wenn sie sie selbst sein können und nicht Erwartungen erfüllen müssen, die sie nicht sind. Die Schlüsselkompetenz ist die Fähigkeit, zwischen Gedanken und Wirklichkeit zu unterscheiden.
Die ursprüngliche Frage war: Was kommt nach der Rationalität? Die Antwort liegt in der Erkenntnis unserer dualen Natur als Körper-Seele-Wesen. Diese Einsicht verschiebt unsere Perspektive in die Vertikale und eröffnet ein neues Spektrum an Intelligenz: Erkenntnis, Weisheit und Harmonie – unsere Yin-Qualitäten. Wir können vom Getrenntsein (Teilchen) zur Ganzheit unserer wahren Natur (Welle) gelangen, wenn wir unser höheres Selbst entdecken und die Trennung aufgeben, die durch die Identifikation mit dem Denken entsteht. Dann verstehen wir auch, dass der Sinn des Lebens in der Wahrhaftigkeit liegt, die nichts mit Wissen und Erfolg zu tun hat.
Transformation ist ein Umkehrprozess. Probleme werden gelöst, indem die konflikterzeugenden Konditionierungen erkannt werden. Der Geist ist widerspruchsfrei; alle Konflikte entstehen durch Überzeugungen. Wenn der Mensch sich vom Falschen befreit, ist das richtige Umfeld für das Wahre geschaffen. Entscheidend ist, die Wahrheit in sich selbst zu finden, und nicht an eine höhere Macht zu „glauben“. Die Gewissheit des Wahren, Schönen, Guten verwandelt. Die Wirklichkeit beruht auf dem Prinzip der Resonanz: Je mehr Liebe wir zum Ausdruck bringen, desto erfüllter ist unser Leben. Liebe ist die einzige Revolution.
Eine auf Trennung und Bewertung basierende Denkstruktur kann nur zu Spaltung und Konflikten führen. Reinventing Transformation stellt eine Denkweise vor, die kollektive Denkprozesse verändern kann, um die Menschheit von dem Irrsinn zu befreien, der durch die Illusion der Trennung entsteht. Es ist ein Weg zu einem tiefgreifenden gesellschaftlichen und individuellen Wandel hin zu einem Leben in Frieden, Harmonie und Liebe.
Erklärbär
Zu urteilen ist die Anleitung zum Unglücksein. Überzeugungen führen zum Dauerclinch mit der fließenden Wirklichkeit, die keine Gegensätze kennt. Der Mensch macht sich die Welt zum Gegner und bringt Disharmonie in sein Schwingungsmuster. Nach dem Gesetz der Resonanz zieht jede Schwingung ihre Entsprechung, so dass der Unzufriedene weiteren Ärger magisch anzieht. Ein buddhistisches Bild bringt es auf den Punkt: Ärger zu hegen ist wie Gift zu trinken und darauf zu warten, dass der andere umfällt.
Wir nennen die intrinsischen Motive der Menschen Werte (obwohl Werte niemals relativ sind) und glauben, dass unsere Moralvorstellungen uns berechtigen, über andere zu urteilen. Das ist ein fundamentaler Irrtum, denn Gut und Böse, Ich und Nicht-Ich sind nur Kategorien unseres Verstandes. Widersprüche existieren ausschließlich im menschlichen Denken, die fließende Wirklichkeit ist konfliktfrei und Werte sind allumfassend – sie haben kein Gegenteil.
Hier offenbart sich ein tiefes Paradox: Wir müssen unsere moralische Integrität entwickeln und uns zugleich davor hüten, andere zu verurteilen. Jedes Ausschließen zerreißt die Ganzheit. Die Lösung liegt darin, Dinge zu unterscheiden, ohne sie zu bewerten, Richtig und Falsch im jeweiligen Zusammenhang einzuschätzen und nichts auszugrenzen. So kommen wir in Einklang mit dem Leben, das ständige Veränderung ist.
Das Problem der Egozentrik ist die Verzerrung der Wirklichkeit, die aus der Illusion der Eigenständigkeit entsteht. Das Ego strebt nach Sicherheit, Kontrolle und Liebe, weil das Gefühl der Trennung Angst erzeugt. Diese Angst zeigt viele Gesichter: Sorgen, Ärger, Kummer, Feigheit, Verstellung, Scham, Schuld, Vernunft, Überlegenheit, etc. Der Verstand ist die Quelle von Leiden und Problemen. Auf dem Boden des Egoismus kann nichts Ethisches gedeihen – und wir haben eine Welt des strukturellen Egoismus erschaffen.
Ein Beispiel dafür, wie die Missachtung der Verbundenheit uns selbst schadet: Der Servicemitarbeiter meines Hosters behandelt mich als DAU (dümmsten anzunehmender User), und in mir macht sich eine Wut breit, die alle meine bisherigen mysogenen Erfahrungen verbalisiert. Der emotionale Kater danach ist vorprogrammiert – kennen Sie dieses dumpfe Gefühl nach einem Wutausbruch? Ein buddhistisches Bild bringt es auf den Punkt: Ärger zu hegen ist wie Gift zu trinken und darauf zu warten, dass der andere umfällt. Unser Handeln darf weder vom Verhalten anderer noch von vergangenen Erfahrungen abhängig sein.
Weil jeder Mensch ein Unikat ist und einen einzigartigen Lebensweg hat, muss er seinen Eigensinn entwickeln, wie Hesse es nannte. Jung sprach von Individuation, Heidegger von Eigentlichkeit und Maslow von Selbstverwirklichung. Sie alle meinten damit, sich von Masken, Rollen, Egoismen und Konventionen zu befreien, um das einzigartige Geschöpf zu werden, das wir wirklich sind. Die Meinung der anderen muss einem herzlich egal werden, Likes gibt es keine mehr. Stattdessen hat man absolute, unbestechliche Freiheit.
Die Entwicklungstheorie Spiral Dynamics
Wie sich menschliche Denkmuster und Wertesysteme unter sich verändernden Lebensumständen entwickeln, erforschte der Psychologe Clare W. Graves. Sein Modell einer nach oben offenen Entwicklungsspirale wurde unter dem Namen Spiral Dynamics bekannt.
Graves erkannte zwar, dass der Entwicklungsprozess nicht nur die Suche nach der „richtigen“ Lebensweise ist, sondern die nach dem wahren Selbst und der eigenen Einzigartigkeit. Da sein Forschungsgebiet auf die Interaktion zwischen Mensch und Umwelt (A) beschränkt war, konnte er aber nur zu dem Trugschluss kommen, dass Selbstverwirklich nicht möglich ist. Sie liegt in unserem wahren Sein (C) – einer transrationalen Dimension.
Nach sechs existenziellen Ebenen entdeckte er einen „zweiten Rang“ – Menschen, die in der Lage sind verschiedene Perspektiven zu integrieren (integrales Denken) und schließlich ein tiefes Verständnis für das große Ganze entwickeln (holistisches Denken). In diesen höheren Wertesystemen glaubte Graves geistiges Bewusstsein – und damit die Lösung für die Probleme des ersten Ranges – gefunden zu haben, ein folgenschwerer Irrtum.
Die Personal- und Transformationskonzepte, die auf seinem Modell aufbauen, wähnen sich im Besitz überlegener Lösung, während sie Entwicklungselitismus praktizieren. Ob Going Teal, Haltung erweitern oder Value Match, es sind alles Soll-Ist-Logiken, die nicht zum Wesentlichen führen: der Übereinstimmung mit der Natur. Die Lösungen sind das Problem. Sie erzeugen genau die Innovationsträgheit und Anpassungsunfähigkeit, die Otto Scharmer als Ego-System-Bewusstsein bezeichnet.
Selbstverständlich verbessern diese komplexeren Denksysteme den Umgang mit den Lebensbedingungen. Nur führen sie leider nicht zum Wesentlichen: der Übereinstimmung mit der Natur, die Sinn und Erfüllung bedeutet. Die Illusion der Trennung, die zu konflikterzeugenden Steuerungslogiken führt, wird aufrechterhalten.
Jenseits der Dualität
Tatsächlich ist die Wirklichkeit völlig konfliktfrei. Probleme entstehen durch dualistisches Denken, durch kollektive Unwissenheit über die Natur des Geistes und durch etablierte Einstellungen. Mentale Konzepte schaffen die Monotonie des Alltags und reduzieren das Leben auf das Konkrete, während Fülle, Freude und Sinn – direkt vor unserer Nase – darunter liegen.
Das Prinzip des Lebendigen steht diametral zu kontinuierlichen Denkstrukturen: Das Leben erneuert sich in jedem Augenblick aus seinem geistigen Ursprung und durchläuft immer wieder den Nullpunkt völliger Offenheit. Genau so zeigt sich auch geistiges Bewusstsein oder wahres Second-Tier Denken – im leeren, ungespaltenen Geist, frei von Selektivität und Wertesystemen, im natürlichen Zustand des Einsseins (C).
Solange es ein „Ich“ gibt, das denkt, gibt es Trennung, Konditionierung, Eigenwillen und Vorstellungen, wie die Dinge sein sollten. Erst in der Freiheit vom Ich, im Einklang mit der Weisheit und Führung des Universums, offenbart sich die Harmonie einer höheren Ordnung – die dem Intellekt verborgen bleibt.
Der Begriff „Werte“ ist zu einem wohlklingenden Synonym für Motive, Überzeugungen und moralische Urteile verdreht worden. Wahre Werte sind absolut, das heißt allumfassend und die Dualität transzendierend. Der höchste Wert, das göttliche Prinzip, ist die Liebe, die Untrennbarkeit des Ganzen. Es kann nicht eine einzige Stecknadel aus dem Universum entfernt werden. Jeder Versuch, das Ungewollte zu bekämpfen, schadet vor allem dem Menschen selbst, indem es Lebendigkeit zerstört. Das Gewebe des Lebens ist aus Polaritäten gewoben, die einander bedingen. Leiden entsteht durch Widerstand gegen das, was ist – radikale Akzeptanz beendet es.
Wie der Geist funktioniert
Alles, was der Mensch wahrnimmt, ist Inhalt seines Bewusstseins. Wir können nichts erfassen, was nicht in uns selbst ist. Mit dem, was wir ausdrücken, legen wir Zeugnis von uns ab. Dieses Verständnis der Funktionsweise des Geistes beendet Mobbing, Ausgrenzung und Cancel Culture augenblicklich.
Unsere negativen Gefühle, die Kränkungen, Verletzungen und Enttäuschungen, erzeugen wir selbst. Die Auslöser mögen von außen kommen, aber die Muster sind unsere eigenen, gespeist von früheren Erfahrungen, Überzeugungen und Erwartungen. Mit Schuldzuweisungen an andere halten wir das Spiel von Gut und Böse in Gang, das Ego lacht sich ins Fäustchen.
Wir können diese Muster durchbrechen, wenn wir erkennen, dass wir Vergangenes auf die Gegenwart übertragen und dass es unser Irrtum ist, Erwartungshaltungen auf andere zu projizieren. Selbst bei Angriffen ist es nicht zwingend zu reagieren, wir haben die Freiheit, unseren inneren Frieden zu bewahren. Wer diese Dynamik durchschaut, folgt einer Ethik von bestechender Einfachheit: Was wir aussenden, kehrt zu uns zurück – die Wirklichkeit beruht auf Gegenseitigkeit.
Ein Beispiel für Management ohne Komplexitätsverständnis
Spiral Dynamics bleibt wie das systemische Denken auf der Ebene raumzeitlicher Zusammenhänge (Formwelt). Seine Vertreter, denen die darunter liegenden Dimensionen des Seins (C) fremd sind, behaupten, dass die heutigen Lebensbedingungen allenfalls Menschen der „gelben“ Entwicklungsstufe hervorbringen können.
Visionen müssen im Einklang mit der Funktionsweise der Natur stehen – und ihre Umsetzung ebenso. Für das logisch-rationale Denken stellen sich diese Fragen nicht. Aber die Welt ist nicht logisch, sie ist komplex, lebendig, selbstorganisierend. Das Wesentliche sind nicht die Strukturen, sondern die Energie, die die Muster tanzen lässt und sich unaufhörlich wandelt. Deshalb brauchen wir kreative, ganzheitliche Ansätze und ein Management der Entfaltung und Synchronisation von Kräften – Strategien, die die Gegenseitigkeit der Natur verwirklichen.
Aus der Sicht von Spiral Dynamics gibt es keine dritte Ebene. Spiral Dynamics erklärt die Wechselwirkung zwischen Menschen und ihren Lebensbedingungen evolutionäres Funktionieren
.etwas sinnvolles tun heißt Eigensinn aber nicht Eigenwille Menschen lechzen nach Führung echte Intuition ist überpersönlich, entwickeltes Nervensystem Ungewissheit heißt nicht Chaos, es ist nur größer als unser Verstand, implizite Ordnung Aufklärung der inneren Dimensionen Entwicklungselitismus ist nicht die Lösung Das Leben annehmen, was nicht hinnehmen bedeutet Das seelische Wesen nutzt die Körper, Mental und Vital als Instrumente für Wachstum und Erfahrung das göttliche Element ist hinter dem gewöhlichen Bewusstsein verborgen, es muss entwicklet werden es verleiht sich in dem Maße Ausdruck wie es die Hinter allem und jedem steht die Seele, der Funke des Göttlichen
, keiner könnte ohne sie bestehen.Unvollkommenheit seiner Instrumente erlaubt Alle Heilung ist im Wesentlichen die Befreiung von Angst [und Hoffnung]
und ist an deren Mittel und Begrenzungen gebunden Diese Dualität
im Wesen auf all seinen Ebenen muss erkannt und angenommen werden. Das Wesen ist durch und durch eins, doch auf jeder Ebene der Natur wird es durch eine Form seiner selbst vertreten-Umwandlung, der Zustand, in welchem das höhere Bewusstsein oder die höhere Natur in das Mental, Vital und den Körper herabgebracht wird und an die Stelle der niederen Natur tritt. In Zeiten permanenter Veränderung wird es umso wichtiger, eine persönliche Stabilität zu finden, die dazu beiträgt, sich nicht als Opfer, sondern aktiv als Mitgestalter zu erleben. Sie sieht den Menschen als Seele, die eine Persönlichkeit hat, um sich in der Welt bewegen und im Leben auszudrücken zu können. die Energien des Selbst zu befreien“. , durch das ständige Bemühen, die Teile stets mit dem Ganzen in Beziehung zu setzen“.Der erfolgreiche Gebrauch des Willens hat nicht allein mit Kraft, sondern auch mit Geschicklichkeit, Güte, Liebe, Weisheit und Hingabe zu tun.“Wir können alles beherrschen und kontrollieren, von dem wir uns disidentifizieren“Individuation ist der individuelle Weg zur Ganzheit, die als einziges immer schon da ist. Das Ziel ist die Individuation, die beides ist: der Weg zur Ganzheit und ein ganz und gar individueller Weg. Schon im Wort „Individuum“ steckt beides: Es ist das In-dividuum, das Unteilbare, Ganze, und es ist das Individuelle, Einmalige. Das Leben ist nur in seiner Ganzheit und Einmaligkeit zu verstehen. Und diese nur in seiner Dynamik als Weg.die Wahrnehmung des Egos verliert, das sich selbst als Handelnder sieht.Wenn das Wünschen in uns aufgehört hat und sich daraufhin überall eine ruhige, gleichmütige Weite im Wesen ausbreitet
, tritt das wahre Wesen hinter seinem
Schleier hervor und enthüllt seine eigene, ruhige, intensive, machtvolle Gegenwart gelassen, stark, leuchtend, vielseitig an Energien, gehorsam gegenüber dem göttlichen Willen, ohne Ego und deshalb zu allen Aktionen, allen Leistungen und zu den höchsten und größten Uternehmungen fähig Transformation bedeutet, das höhere Bewusstsein oder die höhere Natur in den Verstand, das Gefühl und den Körper herb zu bringen und den Platz der niederen Natur einzunehmen. Das Selbst ist das Sein, kein Wesen. Mit dem Selbst ist das bewusste wesentliche Sein gemeint, das eins in allem ist.Ohne Worte zu denken Es gibt zwei Arten von Fortschritt
: die eine ist immer mehr
Leistungsfähigkeiten
, Möglichkeiten, Fertigkeiten und Qualitäten des Charakter zu perfektionieren,
was gewöhnlich durch Erziehung derreicht wird Eine grundlegendere Entwicklung besteht darin, sich einer tieferen inneren Wahrheit zu nähern und den Qualitäten, die man schon besitzt, neue hinzufügen, die in unserem Wesen schlummern. neue Kräfte des Bewusstseins durch innere Öffnung Hineinwachsen in ein größeres Bewusstsein und ein befreites Leben